PR-Sprech nun auch in Tageszeitung gesichtet

Screenshot lästigen PR-Sprech's

Screenshot lästigen PR-Sprech’s

Es war zu offensichtlich und daher habe ich es doch getan: ein digitaler Leserbrief an die Redaktion der Berliner Zeitung zu ihrem Beitrag am 20.5.2016 „Der Berliner Verlag zieht um“ (Originaltext). Reaktion: offen.

Liebe Redaktion,

als Leserin der Zeitung möchte ich gerne zeitnah informiert werden, wenn etwas mit meiner Tageszeitung geschieht. Insofern war der obige Artikel hilfreich und eine Nachricht in der Printausgabe wert. Mit der Lektüre wuchs jedoch meine Irritation: Ist das ein redaktioneller Beitrag oder der 1:1-Abdruck einer Pressemitteilung? 
Ein paar Zitate zur Untermauerung: „Der Neubau … ist mit modernster technologischer Infrastruktur ausgestattet…“, der Verlag „mit seinen prägenden Marken“, die „zukunftsweisende Organisation“, eine „konsequente Weiterentwicklung“ – das wollen wir als Leser doch hoffen, dass die Mediengruppe etwas konsequent weiterentwickelt – alles Formulierungen, die ich selbst bei Pressemitteilungen rausstreichen würde. Bis zum vergangenen Freitag, 20. Mai 2016, war ich der Meinung, dass es nicht nur mich als PR-Redakteurin und Dozentin für Unternehmenskommunikation, sondern auch Journalisten vor solchen Formulierungen graust. 
Wie der Beitrag so in der Zeitung kam, kann ich mir bis heute nicht erklären, außer dass es in einer Tageszeitung wie in anderen Unternehmen ist: Der Chef hat es so gewollt.

Mai 2016

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