100 Minuten Unternehmenskommunikation

 

Rede Angela Merkel bei der Festveranstaltung "20 Jahre Helmholtz-Gemeinschaft" in Berlin am 24. Juni 2015

Rede Angela Merkel bei der Festveranstaltung “20 Jahre Helmholtz-Gemeinschaft” in Berlin am 24. Juni 2015

Auf den ersten Blick Festveranstaltung zum Jubiläum von 20 Jahren Helmholtz-Gemeinschaft, auf den zweiten Blick Lehrstück für Unternehmenskommunikation. Zunächst das  Helmholtz-Blau als passender Hintergrund für das Jackett der Kanzlerin. Dies in weichem Magenta, gut unterscheidbar an diesem Abend  – das Auftreten der ersten Frau im Staate spricht für Distinktion und ihren Status, für die Helmholtz sieht es harmonisch auf der Farbskala aus. Die anderen im Saal kommen fast ausschließlich in schwarz-blau-dunkel-grauen Jacketts. Ich sitze hinten, da sieht man das gut.

Wie so oft und nicht neu für Besucher von Corporate Events: die Verlesung der Namen der anwesenden Gäste: sehr personalisiert an diesem Abend und somit beeindruckend. Muss wichtig sein, die Helmholtz, wenn die alle gekommen sind. Schönes Impression Management.

Dann der Hinweis von Frau Merkel auf einem Kommentar in “Nature”, einer führenden wissenschaftlichen Zeitschriften, zur Umbennung in Helmholtz-Gemeinschaft 129995: “A new image is certainly needed,” und gemeint war hier wohl die mit einem berühmten Namen verbundene Programmatik. Oder eben was Menschen mit einem Namen verbinden sollen oder aber von der Organisation dahinter erwarten. Naming – wichtiges Thema. Frau Merkel gibt symbolische Unterstützung. Sie hätte an diesem Tag, an dem die Queen zu Besuch in Berlin ist, sicher auch anderes zu tun. Aber sie und ihre Wissenschaftsministerin sind beide da. Schlaglicht, warum das wichtig ist, in der Rede der Kanzlerin: “Freuen Sie sich, wenn Konjunktur ist, denn das kommt Ihnen zugute.” Die Botschaft für den Veranstalter: Immer schön Kontakt halten, oder?

Und das durchgehende Lob für die Führungskräfte der Organisation und ihr Tun – also die CEOs platzieren, sie mit nachprüfbaren Inhalten und Erfolgen verbinden, gute Idee für das Reputation Management.

Nicht zuletzt unterhaltsame, kurzweilige Podiumsgespräche zum Werden der Organisation (auch mit bemerkenswert kritischen Fragen – sehr souverän) und gut für die anwesenden Journalisten. Ihnen werden authentische, teils bisher unbekannte, zugleich sehr emotionale Momente geboten. Mal sehen, was sie schreiben werden – nicht zu unterschätzen: die Medien Agenda.

Schreibe einen Kommentar