PR-Fotografie damals und heute

Ein Fundstück in einem staubigen, leeren Schaufenster in Südfrankreich: PR-Fotografie vor rund 100 Jahren. Nicht so viel weiter sind wir heute. Wir wählen zwischen “Schaut bitte her”, im vorliegenden Falle etwas steif und recht eindeutig arrangiert. Oder en passant wie ein zufälliges Bild. Etwas, was im wirklichen Leben so hätte passieren können. Auf die meisten Menschen wirken wirken die zufälligen, reportagigen Bilder authentischer. Doch haben auch die gestellten Bilder ihre Berechtigung. Es hängt davon ab, wie der Betrachter das Bild dechiffriert, welche Wirkung es bei ihm erzielt. Dieser Gedanke sollte alle PR-Arbeiter auch im stressigen Berufsalltag bei jedem Bild begleiten, denn auch Notlösungen, wiel gerade kein gutes Bild zur Hand hat, haben ihre Wirkung.
Diese Wirkung hängt auch davon ab, wofür eine Organisation oder ein Unternehmen steht. Wer ist wieso wie abgebildet? Was ist das für eine Organisation, für die die Menschen vor die Kamera getreten sind?
Vielleicht ist sie formell und streng geregelt, aber eben auch korrekt in ihrem Umgang mit den abgebildeten Mitarbeiterinnen? Wunderbar, dann passt das Bild. Nur bitte keine Dissonanz zwischen Sein und Abbild. Damit bei einem Betrachten des Abbildes und beim möglichen persönlichen Kontakt Fremd- und Selbstbild übereinstimmen.
Aug. 2015
Arbeiterinnen vor 100 Jahren_Südfrankreich 2015

Arbeiterinnen vor 100 Jahren_Südfrankreich 2015

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