Kommunikativ

Willkommenskultur reloaded

Manchmal schenkt einem die reale Welt Symbolbilder für inkosistente Komunikation, wie sie ein Designer nicht besser hätte entwerfen können. Denn die Arbeitsergebnisse der PR wie Websites, Broschüren etc. wirken nicht immer so freundlich auf die Rezipienten, wie sie sollten. Bedenkt man, dass die Profis sie ja erreichen wollen. Offen heißt also nicht immer so offen, dass ein Besucher ein Unternehmen oder eine Organisation emotional wirklich besuchen kann. Dies kann an der Un-Übersichtlichkeit der Website liegen, die abschreckend wirkt. Aber auch Broschüre können durch Farbgebung, Worte, Bilder oder auch das Papier ausdrücken: Bleib draussen. Das ist exklusiv oder für Dich bzw. Sie ungeeignet. Oder: Das verstehst du nicht. Zu sagen, jemand ist willkommen und einen Zaun dahinter aufzustellen, ist wunderbar widersinnig. Dieser innere Widerspruch zwingt den Betrachter zum Benutzen seines Gehirns und hier der linken Hemisphäre, in der die kritische Bewertung verankert ist.

Sieht man das Bild unten stellt man sich vermutlich die Frage, was soll das? Wenn ich dorthin will, wie soll das möglich sein? Lohnt sich der Aufwand? Und möglicherweise geht man nach blitzschnellem Abwägen wieder weg. Für mich ist das Foto ein gelungener Hinweis für die Unternehmenskommunikation zu prüfen, wie wirkt denn meine Treppe und der Zugang zu ihr – also die Homepage oder das Cover einer Broschüre – gestaltet, um jemanden in das virtuelle Konstrukt, das ich mit meiner Kommunikation von meiner Organisation, meinem Unternehmen einzuladen? Ist es offen und freundlich, und heißt den (auch zufälligen) Besucher willkommen? So dass er sich beim Betrachten keine der oben genannten Fragen stellen muss.

Winter 2015/16

Wintersaison in Luisenburg (Foto: Bittner-Fesseler)

Wintersaison in Luisenburg (Foto: Bittner-Fesseler)

Jahresendzeit

25.12.2015

Die Visualisierung von Gefühlen ist derzeit allgegenwärtig, aufdringlich und hat Überhand genommen, weshalb ich heute lediglich einen vom Klimawandel betroffenen Weihnachts-ohne-Schnee-mann dagegen setzen mag.

Momentaufnahme aus dem Treptower Park am 25. Dezember 2015

Kampagnenkonzeption gegen Frauenarmut_2015 Website design akademie berlin

Kampagnenkonzeption gegen Frauenarmut_2015 Website design akademie berlin

Scheinbar schon lang passé, aber nein, Kommunikation tut auch hier not: Frauenarmut. Mit ein bisschen (Taschen-)Geld weniger fängt es nämlich an und bei der Rente wird es deutlich – doch keiner weiß es. Zu merken ist es erst, wenn es zu spät ist – im Rentenalter, wie es manchen Dinge im Leben eben so ist.

Beim ersten Blick in das Gesetz scheint alles gut zu stehen mit der Gleichberechtigung in unserem Land. Der zweite Blick auf die Zahlen zeigt: Die Lücke ist groß zwischen Mann und Frau und dem schnöden Mammon, den sie später einmal bekommen. Davon, dass Aufklärung nötig ist, weil Armut jede(n) treffen kann aus der Familie, hatten sich die Studierenden selbst überzeugt: Statistisch gesehen haben Frauen nicht nur im Schnitt 22 Prozent weniger Gehalt, sondern auch 60 Prozent von ihnen deutlich weniger Rente als Männer – doch kaum jemand unter uns weiß etwas davon, oder glaubt, dass dies ein echtes Problem werden könnte. So hatten manche der Studierenden zunächst ihre Zweifel an der Relevanz des Themas, nach ihren Recherchen für das Projekt waren sie jedoch davon überzeugt: Das muss jetzt anders werden. Also doch eine echte Aufgabe der Kommunikation – und gerade für jungen Menschen, die es einmal betreffen kann. Auf der Pressekonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands am 12. November 2015 wurden der Presse und den KooperationspartnerInnen u.a. die Arbeiten meines Masters Unternehmenskommunikation vorgestellt. Die Studierende fanden im Sommersemester für die bundesweite Kampagne gegen Frauenarmut „Mir.fehlt.was. – Frauenarmut trifft alle“ märchenhafte, mit der Sprache spielende oder auch provozierende Ideen. Allen Videos und Konzepten ist eines gemeinsam – das Thema braucht Aufmerksamkeit in der Gesellschaft, manchmal auch mit unerwartet klaren Aussagen, wenn nach dem Duden buchstabiert wird: „Armut, die – Substantiv, (ist) feminin.“ Jetzt geht es in die Öffentlichkeit.

Zum Kampagnenstart auf der Ministeriumsseite

Nov. 2015

PR-Fotografie damals und heute

Ein Fundstück in einem staubigen, leeren Schaufenster in Südfrankreich: PR-Fotografie vor rund 100 Jahren. Nicht so viel weiter sind wir heute. Wir wählen zwischen “Schaut bitte her”, im vorliegenden Falle etwas steif und recht eindeutig arrangiert. Oder en passant wie ein zufälliges Bild. Etwas, was im wirklichen Leben so hätte passieren können. Auf die meisten Menschen […]

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Gefahren kommunizieren

Die Deutsche Bahn im sommerlichen Endjuli: Die Klimaanlage ist ausgefallen, es sollen um Frankfurt herum 33 Grad Celsius werden, sagt die Wetter-App, die die Mitreisenden – über ihr Smartphone wie der Denker von Auguste Rodin – konsultieren, um sich davon zu überzeugen, dass es zu Recht so heiß im Abteil ist. Ich bin auf dem Weg nach […]

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100 Minuten Unternehmenskommunikation

  Auf den ersten Blick Festveranstaltung zum Jubiläum von 20 Jahren Helmholtz-Gemeinschaft, auf den zweiten Blick Lehrstück für Unternehmenskommunikation. Zunächst das  Helmholtz-Blau als passender Hintergrund für das Jackett der Kanzlerin. Dies in weichem Magenta, gut unterscheidbar an diesem Abend  – das Auftreten der ersten Frau im Staate spricht für Distinktion und ihren Status, für die Helmholtz sieht es […]

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Druckfrisch

Es ist ein haptisches Erlebnis, das  Buch der Helmholtz-Gemeinschaft zum 20-jährigen der Umbenennung in der Hand zu halten: Angenehm schwer, nicht zu glattes und nicht zu rauhes Papier, auf dem die Bilder in ihren klaren Farben strahlen. Auf dem Umschlag treten die Jahreszahlung durch einen besonderen Lack hervor. Diese Zeichen für ein erfolgreiches multisensuales Erlebnis können […]

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Neu erschienen: Die Imagebroschüre

Schaffen Sie ein Image – so einfach das klingt, ist es jedoch nicht. Ein Image bildet sich zwar im Bruchteil von Sekunden, es zu schaffen braucht jedoch Zeit, Erfahrung und Aufmerksamkeit. Denn die Imagebroschüre ist die anspruchsvollste Kommunikationsform des Corporate Publishing. Auch angesichts der sich wandelnden Kommunikationskultur nutzen Unternehmen und Organisationen sie gerne, um Image und Reputation zu stärken […]

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Deutscher PR-Preis 2014

Preise sind eine gute Idee für die Unternehmenskommunikation: Sie schaffen Aufmerksamkeit und Sympathie. Aber es gibt eine überraschende emotionale Seite von Preisen: Aufregend, wenn man sie bekommt, aber auch wenn man sie vergeben kann. Und sie sind ein Ritterschlag für etwas richtig Gemachtes, ein wenig Unangreifbarkeit, und so eine gewisser Schutz gegenüber allen, die es immer […]

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Wie männlich ist unsere Kommunikation?

Wir sind umgeben von nackter weiblicher Haut auf der Straße, schnellen Autos, Bier und Busen – Deutschland ist laut seiner Werbebotschaften ein Männerland – sagt die Beobachtung der Werbung. Geschätzt 5.000 Werbebotschaften* wirken auf uns täglich ein, von denen nicht wenige die Genderfrage betreffen, und nehmen das nicht wahr. Da steht im Vordergrund einer Staubsaugerwerbung […]

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